Press Release

Disruption ist Alltag: Gleichzeitig zweifeln zwei Drittel der deutschen Führungskräfte an der Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen

4. November 2021
  • Disruption ist die größte strategische Herausforderung für die Wirtschaft – das sagen 85% von über 400 befragten deutschen Top Managern
  • Bemerkenswert ist die Vielfalt der Disruptionen: Diese sind sowohl branchenintern (z.B. E-Mobilität bei Herstellern sowie Zulieferern) als auch industrieübergreifend (z.B. Dekarbonisierung und Umstellung der Industrie auf CO2 neutrale Energie) der allumfassende Disruptor; Covid-19 wurde gleichzeitig mit der geringsten Bedeutung für zukünftige Entscheidungen bewertet
  • Deutsche Führungskräfte sehen sich weitestgehend in der Lage, diese Disruptionen zu erkennen (82%), jedoch sehen zwei Drittel (66%) der Befragten ihre eigenen Unternehmen nicht ausreichend gut dafür aufgestellt
  • Als Gründe hierfür nennen mehr als der Hälfte der Befragten (57%), dass ihr Unternehmen nicht die notwendigen Schritte unternimmt und nicht über das erforderliche Personal verfügt, um den Wandel erfolgreich mitzugestalten

München (04. November 2021) Erhöhte Rohstoff- und Energie-Preise, Chip-Mangel, Lieferketten-Probleme, dramatische Container-Preise, Dekarbonisierung und Digitalisierung uvm. stellen die Unternehmen im Post-Covid-19 Zeitalter vor essenzielle Herausforderungen. Während Covid-19 nur noch von 21% der befragten Führungskräfte genannt wird, ist das Feld der disruptiven Trends insgesamt breit gefächert. Das Ranking der Disruptoren der deutschen Wirtschaft führen laut aktueller Umfrage Künstliche Intelligenz, Automation und Robotik an (32%). Fakt ist: Disruption gehört zum Alltag. Nichtsdestotrotz zweifeln 66 % der deutschen Führungskräfte an der Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen. Insgesamt halten 85% der Befragten Disruptionen wie die exemplarisch genannten für die aktuell größte strategische Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Das geht aus dem AlixPartners Disruption Index 2021 hervor. Für diese Studie befragte die Beratungsfirma AlixPartners weltweit über 3.000 CEOs und Führungskräfte aus verschiedenen Branchen, darunter 436 deutsche Teilnehmer, nach ihrer Einschätzung, welche Faktoren die Umgestaltung der Wirtschaft am meisten beeinflussen.

„Wir erleben derzeit Innovationszyklen, die so kurz und so umfassend sind wie nie zuvor.“, sagt Andreas Rüter, Deutschlandchef von AlixPartners. „Mussten Unternehmen früher im Wesentlichen auf einen Disruptor achten, stehen sie heutzutage meist einer Kombination aus multiplen Faktoren gegenüber. Diese Disruptoren treten zudem in einer viel schneller werdenden Folge sowie steigender Intensität auf. Unsere Ergebnisse zeigen, dass den Entscheidern in Deutschland dies zwar bewusst ist, aber gleichzeitig große Unsicherheit herrscht, ob man selbst beziehungsweise die eigene Firma ausreichend auf diese Veränderungen vorbereitet ist.“

Trotz starker Covid-19-Bilanz: Deutsche Führungskräfte fürchten um künftigen Erfolg ihres Unternehmens

Im weltweiten Vergleich sind die deutschen Unternehmen laut Umfrage besser aus der Coronakrise gekommen als Firmen anderer Länder. Hierzulande geben nur 9% der Befragten Manager an, schlechter dazustehen als vor einem Jahr (weltweit 31%). Geht es um die Zukunftsaussichten, dreht sich die Position jedoch um: So sind nur ein Drittel (34%) der Befragten in Deutschland sehr zuversichtlich, dass ihr Unternehmen gut auf die künftigen Veränderungen vorbereitet ist. In China (50%) oder den USA (45%) liegt dieser Wert deutlich höher. Dabei glauben 57% der deutschen Führungskräfte, dass ihr Unternehmen nicht die notwendigen Schritte unternimmt, um den Wandel zu bewältigen - C-Level-Manager (67%) sind hier noch deutlich besorgter als Mitarbeiter der mittleren Führungsebene (43%).

Länderübergreifende Einigkeit besteht hingegen bei der Antwort auf die Frage nach qualifizierten Mitarbeitern als Treiber des Wandels. In Deutschland beobachten 56% der Befragten einen Mangel an geeigneten Arbeitskräften in ihrem Unternehmen (global: 52%), um den Wandel aktiv voranzutreiben. Aufschlussreich ist hierzulande der Blick auf die einzelnen Branchen. So sehen im Bereich Einzelhandel 68% der Manager einen bevorstehenden Talent Gap als Risiko, bei Finanzdienstleistern trifft dies nur bei 41% zu.

„Auch wenn Branchen unterschiedlich stark durch Disruptionen herausgefordert werden, so herrscht doch Einigkeit darin, dass die Disruptionen sowohl branchenintern (z.B. E-Mobilität bei Herstellern sowie Zulieferern) als auch industrieübergreifend (z.B. Dekarbonisierung und Umstellung der Industrie auf CO2 neutrale Energie) zusammenspielen. Zudem werden die durch die Politik gesetzten Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft und damit die Tiefe des Umbaus haben.“, ergänzt Andreas Rüter.

Vor allem bei Firmenchefs herrscht Angst vor Jobverlust

Deutsche Führungskräfte sehen Disruptionen eher als Chance (32%) und weniger als Bedrohung (20%) für ihr Unternehmen an. Außerdem trauen sich 86% der deutschen C-Level-Manager zu, disruptive Kräfte identifizieren zu können. Gleichzeitig fürchten aber weit über die Hälfte (59%) um ihren Job. Im globalen Vergleich liegt dieser Wert im C-Level-Bereich bei 49% und damit deutlich niedriger.

„Unsere Studie zeigt, dass Unternehmenslenker die limitierte Veränderungsbereitschaft und den Mangel an dafür geeigneten Mitarbeitern als ein Kernproblem bei der Bewältigung der Umwälzungen in der Zukunft bewerten“, sagt Andreas Rüter. „Wie bereits der AlixPartners Aufsichtsratsradar 2021 gezeigt hat, muss daher der Fokus von Entscheidern künftig noch stärker auf der gezielten Auswahl von zur Veränderung fähigen Mitarbeitern, Flexibilisierung der Strukturen („Lean Corporate“) sowie auf dem optimalen Einsatz neuer Technologien liegen.“

Über den AlixPartners Disruption Index 2021

Für die Studie befragte das globalen Beratungsunternehmen AlixPartners weltweit Führungskräfte zu den Treibern hinter der Umgestaltung der Wirtschaft. Für die Umfrage wurden in Summe 3.149 Führungskräfte in den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland (436), Italien, der Schweiz, China und Japan befragt. Die Führungskräfte stammen aus den Branchen Luft-, Raumfahrt & Verteidigung, Automobil, Konsumgüter, Finanzdienstleistungen, Medien & Unterhaltung, Einzelhandel, Technologie sowie Telekommunikation. Die Befragten waren zwischen 25 und 65 Jahre alt, hatten mindestens die Position eines Direktors inne und arbeiteten in einem Unternehmen mit einem Umsatz von über 50 Millionen US-Dollar. Weitere Informationen finden Sie unter disruption.alixpartners.com.

Über AlixPartners

Die global agierende Beratung AlixPartners steht für die ergebnisorientierte Unterstützung namhafter Mandanten bei zeitkritischen und komplexen Transformations- und Ertragssteigerungsprogrammen. Tiefgreifende Branchenexpertise und funktionale Kompetenz sowie die Kenntnis der Hebel erfolgreicher Restrukturierungen ermöglichen es AlixPartners, den Wandel von groß- und mittelständischen Unternehmen zielgerichtet zu begleiten.

Vom „manager magazin“ und der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Management & Beratung (WGMB) wurde AlixPartners 2021 wiederholt als eines der besten Beratungsunternehmen im Bereich Restrukturierung ausgezeichnet. Mit etwa 2.500 Mitarbeitern ist AlixPartners weltweit in mehr als 25 Büros vertreten. AlixPartners-Berater arbeiten an herausfordernden Projekten, die die Zukunft von Unternehmen maßgeblich beeinflussen, oft in kritischen Situationen, bei denen viel auf dem Spiel steht – when it really matters.
www.alixpartners.com

Pressekontakt

LHLK Agentur für Kommunikation GmbH
Daniel Plomer
T +49. (0) 89. 720187-15; alixpartners@lhlk.de

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